Stuttgarter Gespräche: Erfolgsfaktoren im Ideenmanagement

15.10.2016Stuttgart

Impulsgeber der Stuttgarter Gespräche Ideenmanagement von links: Thomas Haumann, Dr. Thomas Abele, Christiane Kersting, Prof. Dr. Hans-Dieter Schat, Dr. Ingo Storz und Hans-Rüdiger Munzke (Foto: FOM)

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Presse-Information

Stuttgart, 10. Oktober 2016

Stuttgarter Gespräche: Erfolgsfaktoren im Ideenmanagement

Geistesblitze gesucht: Viele Unternehmen wünschen sich Mitarbeiter, die ihre Ideen einbringen, um Prozesse, Abläufe und Produkte zu verbessern. Denn mit guten Einfällen lassen sich Kosten einsparen, vor allem aber Erträge generieren, neue Märkte erschließen und Kundenanforderungen erfüllen. Wie das Ideenmanagement die Innovationsfähigkeit innerhalb der Belegschaft fördern kann, war Thema bei den Stuttgarter Gesprächen an der FOM Hochschule in Stuttgart.

Fünf Experten stellten die Erfolgsfaktoren aus unterschiedlichen Perspektiven vor – von der wissenschaftlichen Seite mit Ergebnissen aus einer bislang nicht publizierten Studie, aus steuerlicher Sicht und direkt aus der Praxis.

„Ganz am Anfang steht in vielen Unternehmen die Frage: Lohnen sich Aufwand und Kosten, die das Betreiben eines Ideenmanagements mit sich bringen?“, berichtet Prof. Dr. Hans-Dieter Schat, Dozent an der FOM Stuttgart. Die Ergebnisse der aktuell größten empirischen Studie zum Thema, an der die FOM maßgeblich mitgewirkt hat, zeigen: „Bei einem Großteil der Befragten fließen pro eingesetztem Euro zwei bis drei Euro zurück. Es gibt aber auch Unternehmen, die deutlich höhere Quoten generieren. Der wirtschaftliche Nutzen ist somit erkennbar.“

Doch welche Faktoren entscheiden über den Erfolg? Die Studie zeigt einige Voraussetzungen auf. Dazu gehören beispielsweise die Unterstützung des Top-Managements sowie der Arbeitnehmervertretung und aktive Elemente wie Workshops und Kampagnen. „Eine wichtige beeinflussbare Größe ist aber vor allem die Arbeit des Ideenmanagers. Wenn er aktiv als Coach agiert, die Mitarbeiter unterstützt und zum Beispiel zur Innovation befähigt, entsteht im Vergleich zu passiven Ideenmanagern ein signifikanter Unterschied in der Beteiligungsquote und in der Einsparung pro Mitarbeiter pro Jahr.“

In der Praxis kann diese aktive Rolle zum Beispiel so aussehen, dass im Kleinen, bei den alltäglichen Prozessen am Arbeitsplatz des Mitarbeiters gemeinsam nach Optimierungspotenzial gesucht wird. „Gerade im Handwerk bietet es sich beispielsweise an, im Lager zu beginnen. Beim Aufräumen entstehen oft schon die ersten Vorschläge. Ein solcher guter und einfacher Start sowie die Wertschätzung legen den Grundstein – auch für größere Ideen“, berichtet Hans-Rüdiger Munzke vom Ingenieurbüro IdeenNetz aus Lengerich über die Vereinfachung der Innovationsprozesse im Handwerk.

Auf den kontinuierlichen Verbesserungsprozess neben dem betrieblichen Vorschlagswesen setzt man auch bei der Landesbank Baden-Württemberg. „Wir nutzen verschiedene Methoden, um Ideen abzuholen, unter anderem Workshops im eigenen Arbeitsumfeld“, sagt der Leiter des Ideenmanagements Thomas Haumann. „Um die Qualität der Vorschläge zu verbessern, haben wir darüber hinaus eingeführt, dass der Mitarbeiter selbst schon einmal vorab eine Abschätzung zum Nutzen abgibt.“ Darüber hinaus seien die Prämien für gute Einfälle auch orientiert an der Reife des Vorschlags. 

Wie Unternehmen die Prämienauszahlung für den Ideengeber steuerlich attraktiv gestalten können, zeigte Dr. Ingo Storz, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und FOM Dozent, auf: „Das Problem ist, dass auch auf eine Prämie Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden, so dass am Ende oft nur noch knapp die Hälfte beim Arbeitnehmer ankommt. Aber zusätzlich gezahlte Leistungen können mit entsprechendem Nachweis beispielsweise auch als Kinderbetreuungskosten für ein nicht schulpflichtiges Kind oder für die betriebliche Gesundheitsförderung, etwa für Rückenschulungen im Fitness-Studio, ausgewiesen werden.“ Dann kämen sie brutto wie netto dem Arbeitnehmer zugute.

Christiane Kersting, Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Ideen- und Innovationsmanagement in Frankfurt a. M., betrachtete Bedeutung und Wirkung des Ideenmanagements innerhalb der Unternehmenskultur: „Ein erfolgreiches Ideenmanagement motiviert Mitarbeiter, sich einzubringen und Eigenverantwortung zu übernehmen. Somit kann es das gelebte Selbstverständnis und die Visionen des Unternehmens entscheidend mitgestalten und die positive Unternehmenskultur stärken.“

v.l.: Thomas Haumann, Prof. Dr.-Ing. Thomas Abele, Christiane Kersting, Prof. Dr. Hans-Dieter Schat, Dr. Ingo Storz, Hans-Rüdiger Munzke (Foto: FOM)

Mit rund 38.000 Studierenden ist die FOM die größte private Hochschule Deutschlands. Sie bietet Berufstätigen und Auszubildenden an bundesweit 29 Hochschulzentren die Möglichkeit, berufsbegleitend praxisorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Gesundheit & Soziales, IT-Management sowie Ingenieurwesen zu absolvieren. Die Studienabschlüsse sind staatlich und international anerkannt. Getragen wird die FOM von der gemeinnützigen Stiftung BildungsCentrum der Wirtschaft mit Sitz in Essen. Die Hochschule ist vom Wissenschaftsrat akkreditiert und hat von der FIBAA Anfang 2012 das Gütesiegel der Systemakkreditierung verliehen bekommen – als erste private Hochschule Deutschlands. Weitere Informationen: www.fom.de.

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Pressereferentin FOM Hochschule, Tel.: 0201/81004-585, annette.bastuck@fom.de

Jennifer Haubold

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